Hochhaus oder nicht – Die Gesamtplanung am Kureck muss stimmen!
„Für uns ist die Frage Erhalt oder Abriss des R+V-Hochhauses keine Glaubensfrage. Wichtig für uns ist: Die Gesamtplanung muss stimmen! Dazu gehört auch die Nicht-Bebauung des Paulinenhangs als ökologisch wertvoller Fläche,“ betont Claus-Peter Große, planungspolitischer Sprecher der Grünen Rathausfraktion. „Dabei ist eine akzentuierte Landmarke, die ein modernisiertes Hochhaus z.B. mit neuer Fassade darstellen könnte, gegenüber einem bis zur Straßenkante vorgezogenen „Gebäudemonster“ aus unserer Sicht klar vorzuziehen.“
Wiesbaden sei eine lebendige Stadt, die eben nicht nur aus Gebäuden des Historismus bestehe. In der Stadt der Verwaltungen und Dienstleister steht dafür das R+V-Hochhaus als ein charakteristisches Beispiel und gehört somit zur Stadtgeschichte dazu. „Theoretisch wäre auch eine Entwicklung ohne Hochhaus für uns vorstellbar. Aber: wer das Hochhaus abreißen will, muss sich fragen, wie die Alternativen aussehen. Bei Niederlegung des Hochhauses hat die IFM einen Anspruch auf einen Ausgleich des dadurch entstehenden Flächenverlustes. Damit ergibt sich aus unserer Sicht eine Präferenz zur Umgestaltung des Gebäudebestands, ideal wäre ein „grünes Hochhaus“! Passivhausstandard, Dach- und Fassadenbegrünung oder Photovoltaik auch für die Fassadenflächen könnten mit GRÜNEN Ideen den bisher eher ungeliebten singulären Spargel in der Landschaft zu einem echten „eye-catcher“ für Wiesbaden werden lassen,“ ergänzt Gabriela Schuchalter-Eicke, umweltpolitische Sprecherin.
„Für uns jedenfalls ist eine hoch verdichtete, möglichst noch mehrfach den Hang hinauf gestaffelte Riegelbebauung eindeutig die schlechtere Alternative“, sagt Große. „Eine solche Planung würde die Bebauung von Teilen der dort vorhandenen Grünflächen mit einschließen. Grünflächen im Stadtinnenbereich sind aber nicht nur wichtig für die Erholung der Bewohnerinnen und Bewohner, sondern bieten auch Zufluchtsraum für Tiere. Daher wollen wir an dieser zentralen Stelle auch mehr Grün und nicht weniger. So müsste der derzeit völlig unsinnige und deplatzierte Parkplatz (Parkhaus Bowling Green befindet sich in unmittelbarer Nähe) in eine Grünfläche rückgewandelt werden, die den Kurpark den Hang hinauf ergänzen würde.“
Große fordert: „Die Stadt muss aktiv zum Wohl der Stadtentwicklung auf den Investor zugehen und durch konstruktive Gespräche eine wirtschaftlich tragfähige sowie stadtgestalterisch sinnvolle Lösung finden. Der Bereich Kureck ist ein städtebaulich sehr bedeutsames Areal. Die Chance auf eine Verbesserung dieses Gebiets werden wir wie überall kritisch und unter Beachtung aller Facetten begleiten. Wir erwarten im weiteren Planungsprozess ernsthafte Vorschläge, die wir gemeinsam mit allen Gremien, aber auch mit einer breiten Öffentlichkeit diskutieren wollen. Der Prozess muss rechtzeitig stattfinden, damit ohne Zeitdruck entschieden werden kann.“