KMW – wo bleibt der Plan B?
Erneuerbare Energien statt Festhalten am Kohleprojekt!
„Die Zukunft der Energieversorgung in der Region sowie die Weiterentwicklung des Kraftwerksgeländes auf der Ingelheimer Aue waren Thema einer Aufsichtsratssitzung der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW) am vergangenen Freitag. Mehrere Optionen seien diskutiert, aber keine Beschlüsse gefasst worden“, so wird KMW-Sprecher Michael Theurer heute in der Presse zitiert. Sowohl über fossile als auch erneuerbare Energien sei gesprochen worden. Das im vergangenen Jahr an der Finanzierung gescheiterte Projekt Kohlekraftwerk stehe nach wie vor auf „hold“.
„Wo bleibt der angekündigte Plan B? Auf was wartet KMW? Jeder Monat des Wartens ist vertane Zeit“, so Tilli Reinhardt, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Rathaus. „Die Idee vom Dezember, in Offshoreanlagen zu investieren muss doch allmählich durchgeprüft sein!“ kritisiert Reinhardt die Trägheit des Konzerns, sich endlich aus dem Kohleprojekt zu verabschieden und den erneuerbaren Energien zuzuwenden.
„Neben dieser Option müssen wir auch die Potenziale in der Region nutzen. Auch hier weht Wind, der zu nutzen ist! Das macht die gerade bekannt gewordene Windpotenzialstudie der Stadt deutlich. Dass es schon jetzt eine breite Anzahl an alternativen Ansätzen gibt, zeigen unter anderem die verstärkt durchgeführten Solaraktionen des Umweltamtes und von ESWE. Wir sind zuversichtlich, dass schon bald Sonne, Wind, Wasser und Biomasse die fossilen Brennstoffe auch hier in Wiesbaden ersetzen“, macht Tilli Reinhardt deutlich.
„Während in den Stadtverwaltungen von Wiesbaden und Mainz an Konzepten für eine nachhaltige Energieversorgung mit erneuerbaren Energien gearbeitet wird, ist KMW als größter Arbeitgeber im Energiebereich offensichtlich jenseits der Kohlekraft planungs- und handlungsunfähig. Dabei muss KMW das Rad nicht noch einmal neu erfinden. Mit der Windkraft sowohl im Binnen- wie auch im Offshore- Bereich könnte schnell begonnen werden. Auch die Nutzung von Biomasse und Solarenergie sind für unsere Region sinnvolle Lösungsansätze, die es nur zu vertiefen gilt“, ergänzt Tilli Reinhardt.
„Oder soll die alte Kohlekraftwerksplanung dann nach den Kommunalwahlen in Hessen und der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz wieder hinter dem Ofen hervorgeholt werden? Das wäre der größte anzunehmende energiepolitische Unsinn aller Zeiten“, so die Einschätzung von Reinhardt.
„Ich hoffe, dass wir schon bald Ergebnisse der Alternativenprüfung von KMW vorgelegt bekommen, damit die energiepolitische Zukunft der Region und die Zukunft der Arbeitsplätze bei KMW auf einer soliden Basis gemeinsam entwickelt werden kann“, so Reinhardt abschließend.