Reform des RMV-Tarifsystems notwendig!
Preisgestaltung ist zu unübersichtlich
„Wir möchten, dass das Tarifsystem des Rhein-Main-Verkehrsverbunds zeitnah reformiert wird und nicht erst im Jahr 2015“, so Claus-Peter Große zur Ankündigung des Rhein-Main-Verkehrsverbunds mit der Tarifreform zu warten, bis das elektronische Ticket vielleicht im Jahr 2015 eingeführt wird.
„Die Preisgestaltung ist teilweise wenig verbraucherfreundlich. Einige Regelungen sind sehr unübersichtlich. So ist es beispielsweise schwierig den richtigen Fahrschein beim Überschreiten von Tarifgrenzen zu finden. Auch ist es für viele Kundinnen und Kunden nicht nachvollziehbar, dass die Preise nicht nur an der Länge der Strecke, sondern an einem komplexen Wabensystem aus Tarifgebieten orientiert sind - mit der Folge, dass kürzere Routen zum Teil teurer sind als längere, nur weil sie ein anderes Tarifgebiet schneiden. So kostet die Fahrt vom Haltepunkt Auringen-Medenbach nach Niedernhausen genauso viel wie die Strecke von Eppstein-Bremthal nach Frankfurt. Die eine Fahrt dauert 8 Minuten von einer Station zur nächsten, während die andere eine halbe Stunde S-Bahnfahrt mit vielen Haltestationen umfasst.
Eine umfassende Tarifreform und -vereinfachung würde die Attraktivität des öffentlichen Nahverkehrs erhöhen. Durch Leistungsausweitungen bei Monats- und Jahreskarten könnten ohne zusätzliche Kosten noch Spielräume genutzt und durch neue Angebote, wie zum Beispiel einer Wochenendkarte, der Freizeitverkehr stärker berücksichtigt werden.
Auch eine Senkung der Tarife für Kinder und Jugendliche ist dringend erforderlich. So könnte der Preis der CleverCard für Schüler und Auszubildende deutlich reduziert werden, um schon früh eine Kundenbindung an den ÖPNV zu erreichen.
Die Region kann nicht noch fünf Jahre oder länger warten, um den ÖPNV über das Tarifsystem attraktiver zu gestalten und den Anreiz zu erhöhen, vom Auto auf Bus und Bahn umzusteigen. Damit wird die Zunahme einer ökologisch sinnvollen Mobilität unnötig behindert. Der RMV sollte seine Haltung überdenken und das nicht immer schlüssige und komplexe Tarifsystem zügig vereinfachen", so Claus-Peter Große abschließend.