Humanitäre Sprechstunde für Wiesbaden für Menschen, die ohne Aufenthaltsstatus in der Landeshauptstadt leben
„Für Menschen, die ohne Aufenthaltsstatus in Wiesbaden leben, wollen wir eine medizinische Grund- beziehungsweise Notfallversorgung sicherstellen. Hierzu zählen sowohl Hilfen und dieVersorgung bei akuten Beschwerden als auch eine individuelle Gesundheitsberatung, kinderärztliche Untersuchungen, Unterstützung bei sozialen und familiären Problemen, Ernährungsberatungen sowie Tests zu HIV/Aids.Dafür setzen wir uns seit Längerem ein, damit diese Versorgungslücke endlich geschlossen wird. Zudem wollen wir erreichen, dass im Sinne einer präventiv-medizinischen Versorgung ein Angebot etabliert wird, das Schutzimpfungen für Kinder ohne Pass ermöglicht. Das Ganze soll in nicht allzu ferner Zeit im Rahmen einer humanitären Sprechstunde auch in der Landeshauptstadt Wiesbaden möglich sein“, begründet der Sprecher für Integrationspolitik der GRÜNEN Rathausfraktion, Hubert Müller, den gemeinsamen Antrag von BÜNDNIS/DIE GRÜNEN und CDU für die kommende Stadtverordnetenversammlung.
„Eine humanitäre Sprechstunde ist ein gutes Beispiel der Prävention: Sie hilft nicht nur den betroffenen Menschen, sondern erspart der Gesellschaft auch die Folgekosten, die aufgrund von schweren Krankheiten und Krankenhausaufenthalten entstehen können. In diesem Zusammenhang erscheint es sinnvoll, die humanitäre Sprechstunde räumlich und organisatorisch möglichst nah beim städtischen Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Wiesbaden anzusiedeln. Das zeigen auch die guten Erfahrungen in Frankfurt und Bremen. Aus Bremen wissen wir, dass dort 30.000 € für ein solches medizinisches Angebot zur Verfügung stehen. Damit müsste man auch in Wiesbaden gut auskommen. Zudem haben unsere Informationsgespräche mit der Mainzer Initiative Medinet, die ein ähnliches Projekt betreut, ergeben, dass ein ärztlich geleiteter Sprechtag pro Woche zunächst ausreichend wäre“, so Müller weiter.
„Um die Einrichtung einer humanitären Sprechstunde auf den Weg bringen zu können, wollen wir vom Magistrat abschließend klären lassen, wie die beste Umsetzung des Projektes gelingen kann und welcher Kostenrahmen zu erwarten ist. In der Stadtverordnetenversammlung soll dazu ein entsprechender Grundsatzbeschluss gefasst werden. Wir hoffen, dass wir dafür eine breite Mehrheit im Parlament finden. Wir sind zuversichtlich, dass dann im neuen Jahr die ersten organisatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen für eine humanitäre Sprechstunde in Wiesbaden geschaffen werden“, erklärt Müller abschließend.