Kulturzentrum Schlachthof - Planungen müssen finanzierbar sein
„Die gestern im Ausschuss für Schule und Kultur getroffene Entscheidung, einen Runden Tisch einzurichten, um die beiden Varianten Sanierung des bestehenden Gebäudetrakts oder Neubau unter Einbeziehung des alten Wasserturms abschließend zu erörtern, hat einen gewissen Charme. Noch einmal unvoreingenommen und offen eine weitere Option zu prüfen ist letzten Endes jedoch trügerisch. Denn es muss klar sein: Ein Neubau, der deutlich mehr als 13 Mio. € kosten soll, ist und bleibt ohne ein sicheres Finanzkonzept ein Luftschloss. Die Sache drängt, denn bereits zum 31. Oktober muss die große Veranstaltungshalle des KuKs aufgrund erheblicher Baumängel geschlossen werden. Da können wir nicht einfach nach Herzenslust Ideen und Argumente austauschen, ohne zu wissen, wie man das ganze finanziell und zeitlich seriös durchführen kann“, erläutert Dipankar Das Gupta, kulturpolitischer Sprecher der GRÜNEN Rathausfraktion, das Abstimmungsergebnis. „Wir gehen davon aus, dass die Abwägungen am Runden Tisch zu dem Ergebnis führen werden, dass die Sanierungsvariante die eindeutig bessere Lösung für das KuK und das kulturelle Leben in Wiesbaden ist.“
„Bei der momentanen Finanzlage der Stadt ist nur eine Sanierung möglich, die nach den vorliegenden Plänen des Hochbaudezernats in zwei Bauabschnitten erfolgen soll und insgesamt 7,6 Mio. € kosten wird. Für den ersten Bauabschnitt sind insgesamt 4,6 Mio. € veranschlagt, die schon im Haushalt 2010/11 eingestellt sind und für den Planungsarbeiten in Höhe von 300.000,-- € kassenmäßig freigegeben wurden. Dieser Bauabschnitt steht damit finanziell auf sicheren Füßen und könnte pünktlich zum 01. November starten“, ergänzt die GRÜNE Stadtverordnete Dr. Helga Brenneis.
„Wir stellen fest, dass die Dezernentin und ihre Mitarbeiter/innen unter enormem Zeitdruck die vom Ausschuss eingeforderte Aufgabe professionell erfüllt und sich genau an die Vorgaben gehalten haben. Man kann zwar schöne neue Ideen haben, aber solange die Finanzierung unklar ist, verstreicht nur unnötige Zeit. Aus dem Kulturetat wäre ein Neubau auch gar nicht zu realisieren. Er dürfte auch nicht zu Lasten anderer Kultureinrichtungen gehen. Man muss sich schon fragen: Wer sollte das bezahlen? Mindestens 13 Mio. € sind für den Neubau veranschlagt. Wer den Neubau will, ist in der Pflicht, gleichzeitig einen Weg zur Finanzierung aufzuzeigen. Hinzu würden weitere Kosten für den Verein kommen, der dann zwei statt einem Jahr ohne größere Einnahmen überleben müsste“, so Das Gupta abschließend.