Eröffnung des „Haus des Jugendrecht“
Grüne fordern Sozialpolitik, die alle Kinder von Anfang an mitnimmt
Verwundert zeigt sich auch Sabine Gaedeke, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen Rathausfraktion, über die Ausgliederung der Jugendgerichtshilfe im „Haus des Jugendrechts“, das am Freitag feierlich eröffnet wurde. „Es ist schade, dass Wiesbaden positive Erfahrungen anderer Kommunen in den Wind schlägt und für sich ein System wählt, das die Prozesse verkompliziert und somit verlangsamt“, sagt Sabine Gaedeke.
Wie wichtig es ist, Ersttäter unausweichlich mit ihrer Tat und den Folgen zu konfrontieren, wurde der zweifachen Mutter durch die Berichte ihrer Kinder und deren Freunde bewusst. „Immer wieder stehen die Kinder vor Situationen, in denen sie von Jugendgruppen ohne Grund angegriffen werden. Ein Kuschelkurs ist bei Jugendlichen, die solch ein aggressives Verhalten an den Tag legen, nicht angebracht“, meint Sabine Gaedeke. „Den Tätern muss klar werden, welche Konsequenzen es für sie hat, wenn sie den eingeschlagenen Weg weiter gehen.“ Dass die Jugendlichen dabei von Sozialarbeitern unterstützt werden müssen, ist für Sabine Gaedeke selbstverständlich.
„Wir dürfen die Augen nicht davor verschließen, dass auch in unserem beschaulichen Wiesbaden ein Potential zur Jugendkriminalität vorhanden ist“, so Sabine Gaedeke. „Dieser Tatsache müssen wir mit dem Einsatz fachlicher Kompetenz entgegenwirken. Für uns Grüne fängt dieses Gegensteuern aber nicht erst an, wenn das Kind „schon in den Brunnen gefallen“ ist, sondern bei einer Sozialpolitik, die alle Kinder von Anfang an mitnimmt. Dadurch wird verhindert, dass die soziale Schere immer weiter auseinander geht und Jugendliche ohne Perspektive ihre Frustration auf der Straße ausleben. Frühzeitiges Einbinden von sozial benachteiligten Kindern und Präventionsprogramme sind dabei essenziell“, ist sich Sabine Gaedeke sicher.