Islamischer Religionsunterricht - Es kommt Bewegung in die Sache
„Mit den Anträgen des Dachverbandes Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religionen e.V. (DITIB) und der Ahmadiyya-Gemeinde auf Anerkennung als Religionsgemeinschaften ist Bewegung in die Frage gekommen, ob islamischer Religionsunterricht an hessischen Schulen gegeben werden kann. Das ist zu begrüßen. Damit bekommt unser Ansinnen, ein entsprechendes Unterrichtsangebot auch an Wiesbadener Schulen modellhaft aufzubauen, neuen Schwung. Die Anträge sollten nun seitens des Landes schnell in einem unvoreingenommenen und rechtsstaatlichen Verfahren geprüft werden. Würde einer Anerkennung als Religionsgemeinschaft stattgegeben, könnte dann unmittelbar der Anspruch auf Durchführung von bekenntnisorientiertem islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache erfolgen“, erklärt Dr. Helga Brenneis, schulpolitische Sprecherin der GRÜNEN Rathausfraktion Wiesbaden.
„Seit einigen Jahren besteht politischer Konsens darüber, dass die Einführung islamischen Religionsunterrichts aus dem Gleichbehandlungsgrundsatz der Religionen und Glaubensgemeinschaften und zur Vermeidung von eventueller Indoktrination in privaten Koranschulen wünschenswert und erforderlich ist. So hat auf unsere Initiative hin die Wiesbadener Stadtverordnetenversammlung bereits im Frühjahr 2009 beschlossen, dass die Möglichkeiten zu prüfen sind, an einem Modellprojekt der hessischen Landesregierung zur Einführung islamischen Unterrichts mitzuwirken“, so die Grüne Schulpolitikerin.
„Mit den vorliegenden Anträgen der beiden Organisationen sind die ersten Schritte in Richtung islamischen Religionsunterrichts erfolgt. Wir hoffen, dass weitere muslimische Organisationen den Weg der Anerkennung als Religionsgemeinschaften einschlagen, um so ein möglichst breites Fundament für islamischen Religionsunterricht aufzubauen. Ziel muss es dann sein, dass in Deutschland ausgebildete Religionslehrer/innen den Islamunterricht erteilen“, bemerkt Dr. Helga Brenneis abschließend.