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19. August 2011

Naturschutz vor Trendsport: Keine Downhill-Strecke im Stadtwald – aber eine Alternative muss dringend her

Die Rathausfraktion von BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN sieht in dem Streit um die illegale Downhill-Radfahrstrecke im Wiesbadener Stadtwald die Sperrung durch das Forstamt zwar als fachlich gerechtfertigt an. Sie kritisiert jedoch, dass den Downhill-Sportlern bis heute keine Alternative angeboten wurde, obwohl die zuständigen politischen Gremien längst einen Runden Tisch einberufen haben. „Die Diskussion zieht sich jetzt schon seit einem Jahr dahin, seitdem ist noch kein einziger realisierbarer Vorschlag entwickelt worden“, kritisiert Barbara Düe, umweltpolitische Sprecherin der GRÜNEN. „Der Stadtwald kommt für den Trendsport nicht in Frage, er ist Schutzgebiet nach der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie und ein von vielen Spaziergängern genutztes Naherholungsgebiet.“ Statt eines Waldes am Rande einer Großstadt böten sich Flächen in weniger besiedelten, aber immer noch stadtnaher Lage an.
 
 „Die GRÜNEN sind keine Spaßverderber, sondern verantwortungsvoll“, unterstreicht Düe. Schon alleine deshalb, weil die Strecke den Schäferskopf herab, welche die Downhiller gerne für ihren risikoreichen Sport nutzen, nicht von Rettungswagen angefahren werden kann. „Für die Downhiller ist es nicht wirklich von Belang, ob ihre Strecke durch den Wald führt“, so Düe. „Nach Aussage von Sportlern kann sie auch genauso gut an einer Bundesstraße entlang führen, Hauptsache sie hat genug Gefälle.“ Es sei zu prüfen, ob dem Beispiel Boppard am Rhein folgend eine Möglichkeit in Weinbergen bestehe.   
 
„Die ehemalige Bobstrecke im Stadtwald, welche die CDU als Alternative ins Spiel gebracht hat, kommt aus Naturschutzgründen ebenfalls nicht in Frage“, ergänzt Andreas Waldeck, sportpolitischer Sprecher der GRÜNEN. „Um die Natur zu schonen, bieten sich Strecken an, die neben Straßen verlaufen.“
 
Die GRÜNEN unterstützen jedoch ausdrücklich einen Mountainbike-Rundkurs auf bereits bestehenden Wegen. Mountainbike- und Downhill-Sport dürfen nicht verwechselt werden: „Downhill ist wie Ski fahren auf Rädern, bergauf fahren geht mit diesen Spezialrädern nicht“, verdeutlicht der Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Claus-Peter Große. Wolle man diese Trendportart tatsächlich im Stadtwald etablieren, sei mit Konsequenzen zu rechnen wie An- und Abtransport der Bikes per Pkw, einer zunehmende Frequentierung von Bikern aus der ganzen Region sowie eventuellen Forderungen nach Ausrichtung von Wettkämpfen. Fraglich sei auch, ob mit der Anlage einer legalen Downhill-Strecke ausgeschlossen werden könne, dass nicht trotzdem weiter illegal irgendwo anders im Wald gefahren werde. „So oder so: Eine Lösung muss her. Wir brauchen eine legale Strecke. Jetzt ist die Politik gefragt.“   
 
„Der Wald darf nicht leiden, weder Tiere noch Pflanzen sollen geschädigt werden“, sagt Friederike Müller, Sprecherin der GRÜNEN Jugend Wiesbaden. „Wir wünschen uns eine Strecke, die alle Bedürfnisse von Natur und Jugend unter einen Hut bringt, und wir wollen, dass daran alle Beteiligten konstruktiv mitwirken, damit keine Restriktionen wie die jüngst durch das Forstamt vorgenommene Streckensperrung notwendig sind.“
 

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