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1. Dezember 2011

Mehr Fluglärmbelastung im Wiesbadener Südwesten erwartet

„Nach zähem Ringen unterstützt der Magistrat endlich unsere Forderung nach einem Überflugverbot des Biebricher Industrieparks. Damit könnte das gefährliche Spiel bald ein Ende finden!“ Mit diesen Worten begrüßt der Umweltausschussvorsitzende und GRÜNEN-Stadtverordnete Ronny Maritzen die signalisierte Bereitschaft von Dezernent Arno Goßmann (SPD), sich für das von den GRÜNEN beantragte Verbot einzusetzen.
Nach Zustimmung für den Antrag der GRÜNEN im Umweltausschuss ist der Magistrat nun aufgefordert, mit den zuständigen Behörden in Verhandlung zu treten, mit dem Ziel, ein Überfliegen des Gebiets des Industrieparks Infraserv (vormals Kalle-Albert) durch startende und landende Maschinen von der US-Airbase in Erbenheim dauerhaft zu unterbinden. Auf dem Gelände gibt es mehrere Störfallbetriebe, die gefährliche, entzündbare Stoffe lagern und verarbeiten. Dennoch sind Flughöhen zwischen 250 und 600 Metern keine Seltenheit. Im Falle eines Flugzeugabsturzes wären die Folgen für die Bevölkerung und die Umwelt nicht abzusehen.
Doch in einem anderen Punkt wird die Freude der GRÜNEN getrübt: Wiesbadens Umweltdezernent Goßmann setzt sich als Mitglied in der mit dem Ziel einer Verringerung des Fluglärms rund um den Frankfurter Flughafen eingerichteten „Task Force Flugwegoptimierung“ nicht genügend dafür ein, dass die südwestlichen Stadtteile künftig nicht noch stärker belastet werden. Nach der ersten Sitzung der Task Force kündigte nämlich die Deutsche Flugsicherung an, die Flugzeuge auf der sogenannten Südumfliegung künftig stärker bündeln zu wollen. Das Abdrehen der Maschinen nach Westen solle erst hinter Hochheim, also über Kostheim, Kastel und Erbenheim, gestattet werden.
Dies wird eine deutliche Mehrbelastung der drei Stadtteile zur Folge haben. Nach Medienberichten könnte die Änderung schon bis zum Jahresende erfolgen. „Während etwa das Land Rheinland-Pfalz vehement auf andere Flugrouten gedrungen hat, war von Goßmann nicht viel in dieser Richtung zu hören“, kritisiert Maritzen.
 
 

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