KiTa-Gebührenerhöhung
Ein fataler sozialer und bildungspolitischer Rückschritt
Die Große Koalition beschließt gegen den Willen der Opposition eine deftige Erhöhung der Betreuungsgebühren für Kinder in Kindertagesstätten. „Dies ist ein familien- und bildungspolitischer Rückschritt, der vor allem berufstätige Familien treffen wird“, so der sozialpolitische Sprecher der Grünen, Karl Braun.
Während andere Kommunen und Bundesländer alles daran setzen, die Gebühren der frühkindlichen Erziehung und Bildung in Kindertagesstätten zu senken oder gar eine Gebührenfreiheit herzustellen, beschließen CDU und SPD in der Stadt Wiesbaden genau das Gegenteil. Die Beitragsfreistellung am Vormittag, im Krippenbereich bis 12.00 Uhr, ist für Berufstätige eine Augenwischerei, da sie von diesen nicht genutzt werden kann. Sie fördert lediglich Familien, bei denen ein Elternteil nicht berufstätig ist.
Besonders für Kinder aus sozial benachteiligten und bildungsfernen Schichten ist dies fatal, denn viele Eltern werden bei den erheblichen Kostensteigerungen für Ganztagsplätze ihr Kind nur noch kostenfrei halbtags anmelden. „Dies wird erhebliche soziale Konsequenzen für die betroffenen Kinder, aber auch für die gesamte Gesellschaft haben, denn Bildungsteilhabe ist der Schlüssel zum Erfolg“, so Braun abschließend.