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17. Februar 2012

Gegen Schließung der Francke-Schule und Schmalspur-Inklusion!

„Dass die August-Hermann-Francke-Schule geschlossen werden soll, und die Stadtverordneten das erst aus der Presse erfahren, ist einfach unerhört!“, kritisiert die schulpolitische Sprecherin der Rathausfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Wiesbaden, Dorothée Andes-Müller. „Wieder einmal erleben wir hier einen Alleingang von Schuldezernentin Rose-Lore Scholz (CDU).“
 
Obwohl das Land den von der Dezernentin geplanten Modellversuch zur Inklusion in Wiesbaden schon abgelehnt hatte, versuchte sie die Kultusministerin weiter von ihrer Idee zu überzeugen –allerdings ohne sich mit den Gremien oder der betroffenen Schule vorher abzustimmen. „Opfer ist nun die Francke-Schule“, so Andes-Müller. „Die Einführung einer Inklusion an Wiesbadener Schulen ist zwar generell zu begrüßen. Doch solange kein klares und vernünftiges Konzept vorliegt, darf über eine Schließung der Förderschule gar nicht erst diskutiert werden.“Zumal die Kultusministerin, wie vorauszusehen war, nur eine Schmalspurversion der Inklusion anbietet. So ist zum Beispiel der Wegfall der Klassenobergrenze beim gemeinsamen Unterricht von Regelschülern mit behinderten Kindern keine Verbesserung, sondern ein Rückschritt.
 
„Im Sinne einer ausgewogenen Schulpolitik sollte die Dezernentin sich mit genauso viel Engagement wie zum Thema Inklusion der Erstellung der seit Jahren geforderten und immer noch nicht vorliegenden Prioritätenliste für die Schulsanierungen widmen, sich als Herzensangelegenheit auch den Erhalt der Carl-von-Ossietzky-Schule auf die Fahnen schreiben und endlich die Umsetzung der Beschlüsse des Stadtparlamentes zum Ziel nehmen“, fordert Andes-Müller. In Wiesbaden sind durch jahrelange Vernachlässigung der Schulinstandhaltung viele Schulen in einem katastrophalen baulichen Zustand oder erfüllen nicht mehr die neuesten brandschutztechnischen Bestimmungen, so dass für einige scheinbar nur noch ein Neubau in Frage kommt, obwohl sie zum Teil erst knapp 30 Jahre alt sind.
 
„Nach der Ablehnung des Schulentwicklungsplans und der nicht genehmigten Umwandlung der Heinrich-von-Kleist-Schule in eine integrierte Gesamtschule durch die Kultusministerin hätte ich mir von Frau Scholz ebenfalls eine nachträgliche Überzeugungsarbeit gewünscht“, so Dorothée Andes-Müller abschließend.

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